Hildegard-Wildwurst Wildkammer Bad Sobernheim



16|02|2017   Eine Hildegard-Wildwurst mit Kardamom, Koriander, Liebstöckel, Thymian, Ingwer und Bocksklee, ein Mispel-Limette-Brotaufstrich und ein Hildegard-Bier - diese besonderen Lebensmittel aus der Region gehören zur neuen Hildegard-Linie, die unter dem Dach des Regionalbündnisses Soonwald-Nahe (SooNahe) und der Naheland-Touristik herausgebracht wird.

Die Hildegard-Linie ist neu im Portfolio der Regionalvermarkter. Fünf Produkte, die mit dem Leben und Wirken der Heiligen Hildegard von Bingen zu tun haben, gibt es bereits, doch die Palette soll weiterwachsen. Bereits auf dem Markt ist Klaus Niedings oben genannte Hildegard-Wildwurst von Wildschweinen und Rehen aus der Region. In dem Wildprodukt (»Alle Tiere wurden bei rechtsdrehendem Vollmond geschossen«, scherzt der Inhaber der Wildkammer Bad Sobernheim) sind der von der Klosterfrau angepriesene Kräuter wie Kardamom, Liebstöckel, und Bocksklee enthalten. „Drei Wochen dauert es, bis eine solche schmackhafte Wurst fertiggestellt ist“, erzählt Nieding.


HEIMATKÜCHE - Die Serie Teil 11

Zur Hildegard-Linie gehören aktuell zudem ein Löwenzahnessig und ein Mispelaufstrich aus der Genuss-Manufaktur Vinella (Bad Münster am Stein-Ebernburg), Kekse mit dem Konterfei der Heiligen von Bäcker Alfred Wenz, Dinkelnudeln der Körnertruhe Eileen Eyer und als besonderer Clou ein Hildegard-Bier der Kirner Brauerei. Das unfiltrierte Kellerbräu trägt ein eigens kreiertes Wappen und eine Zeichnung des Hildegard-Wanderweges auf dem Flaschenetikett. Ergänzt werden wird die Lebensmittel-Linie auf jeden Fall noch mit einem Hildegard-Honig und einem Hildegard-Wein. Damit der Rebensaft seine heilsame Wirkung nicht verfehlt, wird es ein besonderer „Herzwein“ sein. Als Ergänzung zur Hildegard-Wildwurst plant Nieding plant zudem noch einen Hildegard-Kräuterschinken.

Die Hildegard-Lebensmittel von SooNahe


Die Idee zu den Hildegard-Lebensmitteln stammt von Bettina Dickes, Vorsitzende des Freundeskreises Disibodenbergs. Auf dem Disibodenberg bei Odernheim am Zusammenfluss von Nahe und Glan wirkte die Heilige Hildegard in ihren Anfangsjahren, bevor sie bei Bingen ihr eigenes Kloster gründete. Bei einer Wanderung von Dickes und Naheland-Touristik-Geschäftsführerin Ute Meinhard auf dem Hildegard-Weg, einer momentan im Aufbau befindlichen rund 150 Kilometer langen Wanderstrecke zwischen Idar-Oberstein und Bingen, kam die Frage auf, wie der Themen-Weg beworben werden könnte. Schnell kam die Idee zu einer Verknüpfung mit der Genuss-Region Nahe im Allgemeinen und der Regionalmarke „SooNahe“ im Speziellen auf. „Entlang der Strecke liegen Gasthöfe, Wirtschaften, aber auch Bäckereien und Hofläden, von denen die exklusiven Lebensmittel der neuen Hildegard-Linie vermarkten werden könnten“, so Dickes. „Möglich wären zum Beispiel auch eine Pilger-Vesper oder ein Hildegard-Menü in einem Landgasthof. Oder handgemachte Hildegard-Brötchen verkauft im kleinen Bäckerladen“, sinniert Dickes.

Ihre Idee der Hildegard-Linie wird nun gemeinsam mit der Naheland-Touristik, „SooNahe“ und anderen Mitstreitern umgesetzt. Ziel ist es, dass die Produktpalette kontinuierlich wächst. Potenzielle Erzeuger sollen animiert werden, mitzumachen. Zwei Voraussetzungen müssen dabei erfüllt werden. Die Produkte müssen einen Bezug zum Leben und Wirken Hildegards haben und zudem den Qualitätskriterien entsprechen, die von der Regionalmarke „SooNahe“ für Lebensmittel festgelegt sind. „Gesucht werden exklusive Kleinanbieter, Nischenbetriebe, die nicht den großen Markt bespielen“, so Regionalmarke-Geschäftsführer Klaus Wilhelm. Für Dickes ist das Hildegard-Produkte-Projekt auch eine direkte Form der Wirtschaftsförderung, denn als Projekt-Erzeuger werden in der Region ansässige Manufakturen und Unternehmen mit ins Boot geholt.


Mispel-Limette Brotaufstrich und Hildegard-Löwenzahnessig

Bei der ersten öffentlichen Präsentation der Hildegard-Linie in der Kirner Brauerei erläuterten jüngst die Hersteller der bisher kreierten Produkte ihre Leckereien. Die Feinkost-Manufaktur Vinella um Claudia Rapp klärte beispielsweise über die Mispel auf. Die Apfelfrüchte des kleinwüchsigen Baumes sind nach Frosteinwirkung oder längerer Lagerung essbar und haben einen typischen säuerlich-aromatischen Geschmack. Sie können zu Marmelade oder Gelee verarbeitet werden. Nach der Veredelung zum Brotaufstrich soll die Mispel nach der Lehre der Heiligen Hildegard als blutreinigendes Mittel und zur allgemeinen Stärkung dienen.

Initiatoren und Erzeuger der Hildegard-Lebensmittel-Linie (v. l.): Koordinator Reinhold Kuntz, Initiatorin Bettina Dickes, Dr. Rainer Lauf und Klaus Wilhelm von SooNahe, Michael Peitz (Kirner Brauerei), Klaus Nieding (Wildkammer), Claudia Rapp (Vinella), Eileen Eyer (Körnertruhe) und die Geschäftsführerin der Naheland-Touristik, Ute Meinhard.
Initiatoren und Erzeuger der Hildegard-Lebensmittel-Linie (v. l.): Koordinator Reinhold Kuntz, Initiatorin Bettina Dickes, Dr. Rainer Lauf und Klaus Wilhelm von SooNahe, Michael Peitz (Kirner Brauerei), Klaus Nieding (Wildkammer), Claudia Rapp (Vinella), Eileen Eyer (Körnertruhe) und die Geschäftsführerin der Naheland-Touristik, Ute Meinhard.

Von Vinella stammt auch der Hildegard-Löwenzahnessig. „Der Essig reinige den Menschen vom Gestank“, heißt es bei der Gelehrten, durch die Verfeinerung mittels Löwenzahn entstehe ein gesundheitsförderndes Produkt. Auch Dinkel hat Hildegard in höchsten Tönen gelobt, als »bestes Getreide, fettig und kraftvoll. Die Seele der Menschen mache „der Dinkel froh, voll Heiterkeit«, wird die Glaubensschwester zitiert. In der Körnertruhe Eileen Eyer in Weinsheim werden die Dinkelnudeln der Hildegard-Linie erzeugt.

„Das durch die EU geförderte Projekt des Hildegard-Weges wird unglaublich gut der Vernetzung der Region von Birkenfeld bis Bingen dienen“, ist sich Dr. Rainer Lauf, Vorsitzender vom „Regionalbündnis SooNahe“, sicher. Der Weg sei ein Paradebeispiel dafür, wie Akteure Stärken zusammenlegten und davon alle profitierten. Ute Meinhard, Chefin des Projektträgers Naheland-Touristik, freut sich, dass mit der neuen Genusslinie auch ein besonderer Schwung in das Thema Hildegard-Weg kommt. Noch in diesem Jahr soll der Wanderweg offiziell eröffnet werden. Die Lebensmittel der Hildegard-Linie bekommen Genussfreunde aktuell nur in der Wildkammer Bad Sobernheim, doch weitere Verkaufstellen kommen in kürze hinzu. Diese werden auf der SooNahe-Homepage im Internet www.soo-nahe.de veröffentlicht. Über die Website können sich auch interessierte Erzeuger bei „SooNahe“ melden.


HEIMATKÜCHE - Die Serie

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Text & Fotos: Klaus Desinger

VDP Rheingau Weinpräsentation


16|02|2017   Südtirol zu Gast im Rheingau: Der VDP Rheingau lädt im Rahmen des 21. Rheingau Gourmet & Wein Festivals zur großen Weinpräsentation im Kloster Eberbach ein und begrüßt dort als Gäste auch 25 Weingüter aus Südtirol.

Am Sonntag, 5. März, werden mehr als 50 Weingüter von 11 bis 17 Uhr im Laiendormitorium von Kloster Eberbach im Rheingau ihre Weine präsentieren. Der VDP Rheingau ist mit 30 Weingütern vertreten, deren Winzer zuvorderst Spitzenrieslinge des Jahrgangs von „VDP.Grosse Lage“ und „VDP.Erste Lage“, aber auch edelsüße Spitzen und Spätburgunder zum Verkosten bereit halten werden. Zu Gast sind zudem 25 Weingüter aus Südtirol, die Weine aus den weißen Rebsorten Pinot Grigio, Gewürztraminer, Weißburgunder und Chardonnay sowie aus den roten Resorten Vernatsch und Lagrein, Blauburgunder, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc präsentieren.

Weinpräsentation des VDP Rheingau


Der Eintritt zur Weinpräsentation kostet 32 Euro pro Person. Weitere Informationen und Kartenreservierung über E-Mail info@vdp-rheingau.de und auf auf der Internetseite des Rheingau Gourmet & Wein Festivals, Telefon 0 67 23 / 640, E-Mail info@kronenschloesschen.de. Spätentschlossene Weinprobenbesucher können die Karten auch direkt an der Tageskasse erwerben.
Für Studenten und Auszubildende im Weinbau- und Gastronomiebereich stehen auf Anfrage beim VDP Rheingau Karten zum reduzierten Sonderpreis zur Verfügung.



Randnotiz

Die Weingüter machen bei der großen Weinpräsentation am 5. März im Kloster Eberbach mit:
Vertreten sind dabei die Rheingauer Weingüter Fritz Allendorf / Wein- und Sektgut Barth / Weingut Diefenhardt / August Eser / Friedrich Fendel / Joachim Flick / Alexander Freimuth / Georg Müller Stiftung / Prinz von Hessen / Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach / Johannishof - Johannes Eser / Toni Jost / Jakob Jung / Graf von Kanitz / Baron Knyphausen / Peter Jakob Kühn / Künstler / Lorenz H. Kunz / Hans Lang, Inh. Urban Kaufmann / Leitz / Balthasar Ress / G. H. von Mumm / Domäne Schloss Johannisberg / Schloss Vollrads / Wein- und Sektgut F. B. Schönleber / Josef Spreitzer / Robert Weil / Domdechant Werner'sches Weingut.

Als Gäste vertreten sind 25 Weingüter aus Südtirol: Arunda Sektkellerei / Alois Lageder / Kellerei Bozen / Weingut Hartmann Donà / Ferrari Roberto / Girlan / Grottnerhof des Pramstrahler Stefan – Romantikhotel Turm / Weingut J. Hofstätter / Weingut Haderburg / Franz Haas / Kellerei Kaltern / Kellerei Kurtatsch / Weingut Klaus Lentsch / Muri Gries - Weingut Klosterkellerei / Weingut Niedrist Ignaz / Nals Margreid / Weingut Pföstl / Weingut Hans Rottensteiner / Ritterhof Weingut / Kellerei St. Pauls / Stiftskellerei Neustift / Weingut Schmid Oberrautner / Kellerei Terlan / Tramin / Tiefenbrunner. 

Fotos: VDP Rheingau

Der German Food Blog Contest Preis für Moderne Topfologie von Kai Brückner


12|02|2017   First of all, i‘d like to thank the Academy. Thank you all so very much, thank you to all of you in this room. I have to congratulate likewise the other incredible nominees this year - you've done unbelievable performances. I would like thank also . . . what? False speech? But . . . oh, really? Oh snap! Ok . . . also (Räusper) . . . zuallererst möchte ich mich bei der Jury des German Food Blog Contest 2017 bedanken. Vielen Dank für die Auszeichnung. Dank auch an die Initiatoren, Organisatoren und Sponsoren des Food Blog Contest. Glückwünsche richte ich an die anderen ausgezeichneten Kolleginnen und Kollegen, meine Anerkennung geht an alle Food-Blogerinnen und Blogger da draußen - ihr leistet großartige Arbeit. Mein Dank gilt ferner . . . et cetera pp.

Jep, so oder ähnlich hätten sie wohl geklungen, meine Worte des Dankes. Für die war am vergangenen Freitag auf der Komsumgütermesse Ambiente in Frankfurt aber gar keine Zeit. Der Zeitplan der Preisvergabe war straff, die Fotografen der Presse standen (wie immer) unter Zeitdruck . . . und überhaupt war’s wahrscheinlich auch ganz gut so, hätte vor lauter Aufregung die Rede wohl eh nicht ohne Verhaspeln über die Bühne gebracht. Es gab aber auch einen sehr guten Grund, nervös zu sein. Denn - täterätätä - für mein Food & Wine Blog Moderne Topfologie habe ich vergangenen Freitag am Stand der Firma ELO einen der drei Hautpreise des German Food Blog Contest 2017 (GFBC 2017) erhalten, und zwar den Siegerpreis in der Kategorie “Rezept & Alltag”. Wahnsinn!

German Food Blog Contest Preis an Moderne Topfologie in der Kategorie Rezept & Alltag von Johann Lager und Markus Tebb
Wow-Moment: Ich darf den GFBC-Hauptpreis in der Kategorie "Rezept & Alltag" von Johann Lager und Markus Tebbe entgegen nehmen.  Fotos: schulzundtebbe


German Food Blog Contest Preis für Moderne Topfologie in der Kategorie "Rezept & Alltag"

Ich freu’ mich echt wie Bolle! Initiiert von der Kommunikationsagentur schulzundtebbe und gefördert von den Sponsoren ELO, Hailo und RBV Birkmann wurden nunmehr im dritten Jahr in Folge deutschsprachige Foodblogger für ihre Arbeit ausgezeichnet. Insgesamt 337 Foodblogs machten beim GFBC 2017 mit und wetteiferten in den Kategorien „Innovation & Herzblut“, „Rezepte & Alltag“ und „Zutat & Originalität“ um die drei Hauptpreise. Zudem wurden vier Sponsorenpreise vergeben.

Schauspieler Ingo Kantorek beim German Food Blog Contest


Wochenlang sichtete die Jury, besetzt mit neun Redakteurinnen von Food- und Fachmagazinen, namhaften Foodbloggerinnen, Vertreterinnen des Lebensmittel-Einzelhandels sowie Fachfrauen aus den Bereichen Lifestyle und Messe, die Blogs. Als ich dann jüngst vor wenigen Tagen eine Anruf-Meldung der Agentur schulzundtebbe auf meiner Mailbox entdeckte, dachte ich mir: “Da rufst Du vielleicht besser gleich mal zurück, auch wenn’s schon außerhalb der Bürozeiten ist.” Es folgte eine Rufumleitung auf ein Mobiltelefon . . . und dann:

“Ja, hallo, Bruno Schulz hier.”
“Ja, hallo, Kai Brückner hier. Vom Foodblog Moderne Topfologie. Sie hatten angerufen?”
“Ähm, ich? Ach ja, das war eine Mitarbeiterin aus der Agentur. Sie kommen doch übermorgen zur Ambiente, oder?”
Ähhh, Ambiente? Ich? Äh, nein, wieso?
“Na, sie werden dort doch ausgezeichnet. Bekommen einen der Hauptpreise vom German Food Blog Contest. Wissen Sie doch, oder?”
“Äh, nein, weiß ich nicht. Höre ich zum ersten Mal.”
“Aber Sie haben doch unsere E-Mail mit der Info über die Auszeichnung erhalten?”
“Leider nein . . . echt jetzt, einen Preis beim Food Blog Contest?”
“Ja, Glückwunsch! Wir sehen uns also übermorgen um 9 auf der Ambiente, oder?”
“Ja, ok, klar, ich komm' dann mal hin.”


Und zwei Tage später um kurz nach 9 Uhr war’s dann soweit. “Kochen liegt heute voll im Trend. Kochen ist Kultur, Geselligkeit, Kreativität und Freude am Leben. Und genau das vermitteln immer mehr engagierte Foodbloggerinnen und Blogger”, führte Markus Tebbe, einer der beiden Chefs der Agentur, in die Preisvergabe ein. Und dann war’s soweit: “Wir vergeben einen Siegerpreis in der Kategorie “Rezept & Alltag”. Wie begleitet mich ein Blog mit seinen Vorschlägen durch meine Woche? Wie alltagsfest sind die Küchentipps. Wie passen die Kochanregungen in mein ganz normales Leben? Genau darum geht es in dieser Kategorie. Der Siegerpreis geht an . . . Kai Brückner vom Blog Moderne Topfologie.” Yeah! Unglaublich! Ein GFBC-Hauptpreis. Den durfte ich dann aus den Händen von Spitzenkoch Johann Lafer entgegen nehmen.

Beim GFBC 2017: Koch Johann Lafer und ELO-Geschäftsführer Marcus Grünewald
Koch Johann Lafer (l.) - hier zusammen mit ELO-Geschäftsführer Marcus Grünewald - übergab die GFBC-Hauptpreise.


"Auf das Herzblut kommt es an!"

Nochmals: Ich freu’ mich riesig - besonders, weil Moderne Topfologie noch relativ jung ist und momentan noch nicht einmal drei Jahr auf dem Buckel hat. Dass auch junge Blogs eine Chance haben, ist bei German Food Blogs Konzept. “Wir alle lesen und erzählen gerne Geschichten. Und wir essen gerne. Und wir kochen zusammen. Und wir lieben gute Foodblogs”, so Bruno Schulz. “Der GFBC ist der Preis der Blogger und konzentriert sich auf die Sache selbst. Und dabei ist es vollkommen egal, ob Du erst einen Monat bloggst oder schon seit vielen Jahren. Auf das Herzblut kommt es an.” Toll, dass die GFBC-Initiatoren und Sponsoren das genau so sehen - denn es trifft tatsächlich den Kern der Sache.

German Food Blog Contest Preisvergabe an die Sieger
Die GFBC Sieger zusammen mit Jurymitgliedern und Sponsoren.  Foto: schulzundtebbe
 
Herzblut ist die wahre Essenz des Foodbloggens. Ohne Leidenschaft, ohne Herzblut gäbe es die meisten Foodblogs - die zumeist von engagierten Laien in ihrer Freizeit mit viel Zeitaufwand geschrieben und betrieben werden - gar nicht. Deshalb: Danke, dass der GFBC und die Sponsoren schulzundtebbe, ELO-Stahlwaren*, RBV Birkmann* und Hailo* dieses Engagement der Blogger für gutes Essen und Trinken auszeichnen, mit Preisgeldern honorieren und in das Licht einer größeren Öffentlichkeit rücken. Glückwünsche und meine Anerkennnung auch für die weiteren Preisträger, als da wären:

  • Sieger in der Kategorie „Innovation & Herzblut“: Törtchenherzog von Michaela Hartwig.
  • Sieger in der Kategorie „Zutat & Originalität“: Lunch im Glas von Katharina von Wyl.

Mit den Sponsorenpreisen ausgezeichnet wurden zudem die Blogs:


Macht weiter so - ihr foodverrückten Bloggerinnen und Blogger da draußen!


Randnotizen

Übrigens: Listen mit den 20 Foodblogs, die in den drei GFBC-Hauptkategorien von der Jury 2017 die besten Bewertungen erhalten haben, sind zu finden, wenn Du diesen Link hier anklickst.

Markus Tebbe, Johann Lafer und Foodbloggerin Martina Brandmeier
Auszeichnungsvergabe (v. l.): Markus Tebbe, Johann Lafer und Foodbloggerin Martina Brandmeier.

Zudem wird in der Dokumentation zum GFBC 2017 die Wettbewerbsjury näher vorgestellt, zu der gehören:

  • Susanne Ackstaller - Werbetexterin, Kolumnistin für WELT und Bloggerin.
  • Karin Buhl - Eventmanagerin und Foodbloggerin von Süß & Lustig.
  • Barbara Bresser – Profi in den Bereichen Home Cooking, Seminare & Kochkurse, Gastronomie-Beratung, Rezept-Entwicklung.
  • Dörte Wilke – Journalistin, Expertin für gesunde Ernährung, Essen und Trinken und Ressortleiterin „Food“ der Zeitschrift FIT FOR FUN.
  • Tanja Hauser - Foodbloggerin von ihana.eu und Gewinnerin des German Food Blog Contest 2015.
  • Nicolette Naumann – Bereichsleiterin der Konsumgütermessen Ambiente und Tendence.
  • Anja Sternagel - freiberuflich unter anderem für für LISA und Sweet Dreams (Burda Verlag) tätig, Rezeptentwicklung und Fotoproduktionen, seit 2015 zudem Betreiberin der Webseite käse-liebe.com.
  • Dr. Claudia Wasser - Chefredaktion der Fachmagazine Trend & Style und KitchenTrend.
  • Jeanette Marquis - Expertin für Feines und Süßes im ZDF-Fernsehgarten, Inhaberin der Genussmanufaktur „Feines zum Leben“.


Impressionen von der Ambiente 2017


Koch Dominik Wetzel auf der Ambiente 2017 in Frankfurt - rechts

Ambiente 2017 in Frankfurt

Ambiente 2017 in Frankfurt

Ambiente 2017 in Frankfurt

Ambiente 2017 in Frankfurt


Koch Dominik Wetzel - rechts - auf der Ambiente in Frankfurt

Alle Fotos soweit nicht anders gekennzeichnet: Moderne Topfologie
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Winzer Martin Tesch mit seinen Rieslingen Sonne und Mond


03|02|2017   Und BÄM! Da denkt man, in seiner heimatlichen Weinbauregion jeden aufsteigenden und etablierten Winzer besucht, in jeden Weinkeller hineingeschaut, in allen Weinbergen Steine umgedreht und jeden Wein (ab passable aufwärts) probiert zu haben, man glaubt, seine Heimatwinzer und ihre Weinstrickmuster aus dem Effeff zu kennen - und dann kommt einer um die Ecke, der wie ein Blitz in dieses beschauliche Heimatgemälde einschlägt, die Worte „Du bist nie vor Überraschungen gefeit!“ ins Gestein brennt und Dich dazu zwingt, den Horizont deiner heimeligen kleinen Weinwelt gehörig zu verschieben. Wer das jüngst geschafft hat? Der „Mond“! Nein, nein, nicht der am Firmament, sondern der in der Flasche. Der Riesling „Mond“, der ebenso wie sein Schwesterwein „Sonne“ aus dem Weingut Tesch in Langenlonsheim stammt.


Tesch, trocken, Mond - zarte Fee mit Vorschlaghammer

Kennst Du das? Du probiert einen Wein, und hast urplötzlich das kaum zu bändigende Bedürfnis, ein kleines Steptänzchen auf’s Parkett zu legen - und das, obwohl Du gar nicht steppen kannst? Woran’s liegt? Irgendwas muss raus, und zwar die überbordenden Emotionen, die der Wein in Dir ausgelöst hat. Typisch Übersprunghandlung halt. Genauso ging’s mir, als ich jüngst erstmals den „Mond“ im Naheweingut Tesch probierte - und so geht’s mir auch jetzt beim Schreiben dieses Textes und der Erinnerung an diesen besonderen Riesling. Auch wenn’s vom Erzählaufbau anders vielleicht besser wäre - ich muss jetzt zuallererst von meinen Eindrücken bei der ersten „Mond“-Verkostung erzählen, und erst hinterher berichte ich über das Wieso, Weshalb und warum. Also: der „Mond“. Ein trockener (sehr trockener) Riesling, der im Weingut Tesch nur in ausgewählten Jahren (erstmals 2011 und zuletzt 2012) erzeugt wird. Ein besonderer Wein, denn er wird ausschließlich aus ausgelesenen jungfernfrüchtigen Beeren erzeugt. Ein Knallerwein! Niemals zuvor habe ich es in solch einer Klarheit erlebt, dass ein Weißwein zugleich federleicht und gravitätisch schwer sein kann. Schwerelos perlt der „Mond“ über die Zunge, der Körper ist gertenschlank und drahtig. Da ist keine Spur Trägheit und Fett zu finden, selbst die auf dem Etikett angegebenen niedrigen 12 Volumenprozent Alkohol sind noch gerundet - in Wirklichkeit „sind’s 11,8 Volumenprozent“, wie Winzer Dr. Martin Tesch verrät. Und dann . . . BÄÄÄM!

Riesling Mond aus dem Weingut Tesch.


Plötzlich holt diese zarte Weinfee den aromatischen Vorschlaghammer raus und schlägt mit solcher Wucht zu, dass der Nachhall dieses Schlages kaum enden will - und das buchstäblich. In der Nase chargiert der „Mond“ zwischen Gelbfruchtaromen, Kräuterwürze und Feuerstein, am Gaumen liefern sich Papaya und Orangenschale, Ananas und Maracuja, weiße Johannisbeere, getrocknete Aprikosen, Zitronengras und ein Hauch (Curry)Würze ein Wettrennen, im Nachhall drängen sich getragen von einer glasklaren Säure die Zitrusnoten weiter nach vorne und balgen sich mit würzigen und steinigen Noten um den Spitzenplatz. Dieser feingliedrige Wein strotzt nur so vor aromatischer Kraft - und das spürte der Trinker noch lange. Sehr lange! Der Widerhall dieses Aromahammers ist gigantisch. Die Aromen des „Mondes“ haben kleinen Widerhaken, sie sitzen extrem fest auf der Zunge und sorgen für einen Nachhall, wie ich ihn bei einem trockenen Weißwein in dieser Form bislang noch nicht erlebt habe. Fünf, zehn, 15, 20, 30 Minuten . . . der „Mond“ trägt und trägt und bleibt schmeckbar. In dieser Intensität und Länge habe ich einen Nachhall bislang nur bei edelsüßen Spitzenrieslingen erlebt. „Der ‚Mond‘ ist Extremsport“, wirft Dr. Martin Tesch ein. Was er damit meint? Dazu komme ich später.

Zunächst: Das Weingut Tesch gehört seit Jahrzehnten zu den Konstanten meiner Weinwelt, und zwar genau gesagt seit 1998. Das ist das Jahr, in dem ich in die Weinbauregion Nahe zog und ich mich  intensiv mit Wein in Allgemeinen und Naheriesling im Speziellen zu beschäftigen begann. Bereits damals tauchte das Weingut Tesch auf meinem Radar auf, wovon noch eine Flasche Langenlonsheimer Löhrer Berg Riesling Auslese des Milleniumjahrgangs 2000 zeugt, die ich (noch) im Keller liegen habe.

Weingut Tesch Löhrer Berg Auslese Jahrgang 2000
Altes Schätzchen: Tesch Löhrer Berg Auslese Jahrgang 2000.


Ein Jahr vor meinem Umzug an die Nahe hatte Dr. Martin Tesch im Alter von 29 Jahren das traditionsreiche Weingut an der unteren Nahe, das sich seit 1723 in Familienbesitz befindet, von seinem Vater übernommen. Mit der Betriebsübergabe beginnen buchstäblich neue Zeiten im Weingut. Martin Tesch, damals 29 Jahre alt, legt fast die Hälfte der 30 Hektar Rebfläche still, bewirtschaftete nur noch seine besten Lagen und baut darauf nahezu ausschließlich Riesling an. Er stellt die Erzeugung von rest- und edelsüßen Weinen komplett ein, führt ein modernes Produkt-und Etikettendesign (ausgezeichnet mit dem reddot-Designpreis) ein und „rockte“ das Weingut und die wegen dieser Veränderung zum Teil extrem verstörte Stammkundschaft mit Konzeptweinen wie dem Riesling unplugged* oder dem „Kraut-Wine“. Diese Entwicklung innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte habe ich verfolgt und zum Teil auch mit Zeitungs- und Blog-Berichten begleitet. „The same procedure as every year!“ dachte ist also vor einigen Wochen, als ich das Gut in Langenlonsheim besuchte, um dort Fakten für einen Bericht zusammenzutragen, der jüngst hier im Blog unter dem Titel Nix Jägermeister und Bommerlunder: Weißes Rauschen aus der Magnum! erschienen ist. Pustekuchen! Denn ich hatte den „Mond“ nicht auf dem Radar.


Einmal Sonne, einmal Mond - beides Riesling

„2015 hat uns eine herausragende Riesling-Kollektion geschenkt. Die perfekten Bedingungen während der Weinlese haben es uns sogar ermöglicht, die beiden Ausnahme-Rieslinge ‚Sonne‘ und ‚Mond‘ zu keltern. Das war zuletzt vor vier Jahren der Fall“, erzählt mit Martin Tesch. Sonne, Mond? Ich muss zu meiner Schande einräumen, dass ich beide Weine nicht kenne. „Beide Weine sind in unserem Sortiment etwas relativ neues und zudem Besonderes“, zeigt Tesch Verständnis, und er erläutert: Das Wein-Paar „Sonne“ und „Mond“ steht exemplarisch für die beiden geschmacklichen Gesichter und Möglichkeiten der Rieslingtraube. Während es sich bei der „Sonne“ um eine edelsüße Riesling Beerenauslese mit konzentrierter Süße handelt, ist der „Mond“ das (sehr) trockene Gegenstück: ein durchgegorener Riesling mit nur rund zwei Gramm Restzucker und leichten 12 Volumenprozent Alkohol. Die „Sonne“ bringt demgegenüber ein Zigfach der Restsüße des „Mondes“ auf die Waage, aber weniger als die Hälfte Alkohol, und zwar nur 5,5 Volumenprozent. Das gegensätzliche Geschwisterpaar demonstriert perfekt eine Einzigartigkeit des Riesling: Aus keiner anderen Rebsorte können auf einem dermaßen konstant hohen Qualitätsniveau Weine dieser geschmacklichen Bandbreite von staubtrockenen über halbtrocken und restsüß bis zur edelsüßen Spitze (Beerenauslesen und Eiswein) erzeugt werden.

Riesling Sonne aus dem Weingut Tesch


Nomen est omen: Die „Sonne“ als der edelsüße Part dieses Duos strahlt den Genießer mit einer goldgelben Farbe und mit einer Fülle von Aromen intensiv aus dem Glas an. Aromen von saftigem Pfirsich, Passionsfrucht, kleinen Erdbeeren, Lindenblüte und Honig betören die Nase, am Gaumen blitzen Ananas und Aprikose, Limetten, saftige Pfirsiche und süße Sultaninen auf, alles verwoben mit der für die Tesch-Weine typischen Kräuterwürze. Befeuert wird das Aromenspiel durch eine feine Weinsäure, die im Abgang auf der Zunge zu tanzen beginnt und nochmals die beeindruckende glasklare aromatische Strahlkraft des Weins unterstreicht. „Für eine Beerenauslese recht leicht“, mögen erprobte Süßwein-Verkoster an dieser Stelle einwerfen. Stimmt! Die per Hand ausgelesenen Beeren für die „Sonne“ kamen mit einem Mostgewicht von 127 Oechsle auf die Kelter und rissen damit nur knapp den Grenzwert für das Prädikat Beerenauslese (min. 125 Grad Oechsle, ab 150 Grad Oechsle Trockenbeerenauslese). Vom Oechslegrad her haben wir es hier also mit einer eher „kleinen“ Beerenauslese zu tun, aber geschmacklich trumpft der edelsüße Wein (den ich bei 90 Parkerpunkten ansiedeln würde) groß auf. Zudem passt es sehr gut zur anmutigen und tänzerischen Gestalt des Weines, dass die Beerenauslese nicht zu süß, verdichtet und „fett“ ist und einen schönen Trinkfluss hat. Denn das prädestiniert die „Sonne“im Vergleich zu höher konzentrierten Süßweinen viel besser als Essensbegleiter, was der Zielsetzung von Martin Tesch entspricht. „Die ‚Sonne‘ ist auch dafür da, Weinnovizen zu zeigen, wofür Dessertwein taugt und wozu er passt“, so der Winzer.

Vor dem Hintergrund dieses didaktischen Ansatzes erklärt sich auch, warum es aus dem Weingut Tesch überhaupt wieder ein edelsüßer Wein gibt. Nach dem Weinjahrgang 2002 hatte das Gut die Süßweinproduktion für private und gewerbliche Kunden komplett eingestellt. Einzig im Versuchsausbau und für besondere private Anlässe wurde im Langenlonsheimer Gut noch „Riesling in Süß“ gemacht. Erst 2011 kam mit der ersten „Sonne“ (einer Auslese) wieder ein Riesling mit Restsüße auf den Markt. „Tesch wird weiterhin zu 99,9 Prozent für trocken stehen. Aber mit der ‚Sonne‘ wollen wir ein Stück Weinkultur erhalten und zeigen, was edelsüßer Riesling ist und kann“, so der Querdenker unter den Nahewinzern.


Hoch konzentriert: das didaktische Duo

Hier knarz trocken, dort edelsüß: Mit den beiden Weinen „Mond“ und „Sonne“ demonstriert Tesch eindrucksvoll das Potential und die geschmackliche Bandbreite, die im Riesling steckt. Zugleich ist das didaktische Weinduo aber auch ein Musterbeispiel für das Thema Konzentration im Weinbau. „Bei der ‚Sonne‘ wirkt das natürliche Konzentrationsprinzip Botrytis“, erläutert Tesch. Der Edelpilz Botrytis cinerea befällt reife Trauben und zersetzt die Zellwände der Beerenhaut. Ist das Wetter trocken, tritt Feuchtigkeit aus den befallenen Beeren aus und verdunstet. Der Saftgehalt der Beeren sinkt (sie rosinieren am Stock), zugleich steigt die Konzentration der Inhaltsstoffe im verbliebenen Saft stark an. Zudem verändern sich durch mikrobiologische Prozesse auch Farbe und Aromen des Saftes, wodurch - in unterschiedlicher Stärke - das typische honigartige Edelfäulebukett entsteht. Um zu Wein weiterverarbeitet zu werden, müssen die edelfaulen Beeren sehr sorgfältig per Hand selektiert werden.

Riesling Mond von Winzer Dr. Martin Tesch.
"Der Mond ist Extremsport." Dr. Martin Tesch.

Das Konzentrationsprinzip beim „Mond“ ist nicht nur gänzlich anderes, sondern in dieser Umsetzung auch völlig ungewöhnlich. Ich kenne kein zweites Weingut, dass auf diese Weise Wein erzeugt. Der „Mond“ wird nämlich ausschließlich aus ausgelesenen jungfernfrüchtigen Trauben erzeugt. Diese sehr kleinen Beeren entstehen infolge der sogenannten Verriegelung, einer Befruchtungsstörung am Blütenstand zu Beginn des Rebjahres. Die unbefruchteten Jungfernbeeren (auch Honigbeeren genannt) haben nur den halben Chromosomensatz und zeigen ein geringes Wachstum. Sie reifen aus, bleiben aber klein und haben zudem nur wenige oder gar keine Kerne. Ein Vorteil für die weitere Verarbeitung im Weingut Tesch, denn hier wird für die Erzeugung des „Mond“ die Extraktion auf die Spitze getrieben. Ebenso wie die edelfaulen Beeren für die „Sonne“ werden für den „Mond“ die jungfernfrüchtigen Beeren durch eine aufwendige Handlese in allen Weinbergen des Gutes ausgelesen und anschließend entrappt, also von den Stielen getrennt. Die Beeren werden dann gemaischt (abgequetscht) und erhalten eine Maischestandzeit, und zwar eine die „viel, viel länger ist als für alle andere unserer Weine“, so Tesch. Während dieser sehr langen Maischestandzeit kommt es zu einer starken Extraktion von Aromen und Aromavorstufen sowie anderer Inhaltsstoffen, die zu einer Steigerung der Dichte und Komplexität des Weines führen. Tesch kann diese Extraktions- und Konzentrationsmethode durch die Verwendung von ausschließlich jungfernfrüchtigen und entrappten Beeren auf die Spitze treiben, denn er umgeht auf diese Weise der Gefahr, während der langem Standzeit der Maische zu viele Gerbstoffe in den Saft auszulaugen. Die Tannine konzentrieren sich besonders in den Kernen und den Stielen - und die Stile wurden entfernt und die jungfernfrüchtigen Beeren bringen kaum Kerne mit.

Das Weingut Tesch in Langenlonsheim an der Nahe
Das Weingut Tesch in Langenlonsheim.

„Der ‚Mond‘ ist Extremsport“, sagt Dr. Martin Tesch. Das betrifft den Aufwand bei der Lese und auch die auf die Spitze getriebene Extraktion der Beeren. Lohn des Einsatzes ist ein rundherum außergewöhnlicher Wein, der mich, wie oben beschrieben, aus den Socken gehauen hat. Die Verwendung von ausschließlich jungfernfrüchtigen Beeren in Kombination mit der sehr langen Maischestandzeit ist in einem federleichten und brillanten trockenen Riesling mit erstaunlich niedrigem Alkoholgehalt gemündet, der zugleich nur so vor aromatischer Kraft strotzt. Ich bin begeistert und spendiere ohne zu Zögern 94+ Parkerpunkte für diesen Ausnahmeriesling.


Weinetiketten aus der Feder eines Heavy Metal-Grafikers

Seinen kongenialen Ausdruck findet diese Fähigkeit des Rieslings in der Namensgebung und im Etikettendesign der beiden Tesch-Weine. Wie Ying und Yang sind „Sonne“ und „Mond“ gegensätzliche, aber dennoch aufeinander bezogen und sich aus einem Ursprung ableitende Ausprägungen einer Gesamtheit. Grafisch erstklassig zu Papier brachte diese Beziehung Dirk Illing, den Martin Tesch „mit viel und langwieriger Überredungskunst“ für das Etikettendesign gewinnen konnte. Der 2014 verstorbene Künstler war einer der bedeutendsten Grafiker der deutschen Heavy Metal-Szene, aus dessen Zeichenfeder unter anderem Coverartworks für die Scorpions, Vicotry, Wizard und Paragon stammen. Zudem machte er sich speziell als Grafiker des Wacken Open Air einen Namen.

Riesling Sonne und Riesling Mond vom Weingut Tesch


Illing schuf neben den Grafiken für das Vorderetikett von „Sonne“ und „Mond“ auch eine weitere Grafik für das Rückenetikett der großen „Mond“-Flaschen. Auf diesem Bild bildet der silberfarbene Halbmond die eine Gesichtshälfte der goldenen Sonne. Beide sind in ihrer Gegensätzlichkeit und Andersartigkeit erkennbar, bilden zusammen aber ein einziges Antlitz. Besser hätte man die die spezielle Beziehung der beiden Weine kaum visualisierten können: „Sonne“ und „Mond“ sind - so unterschiedlich sie auch sind - nur die andersartige Ausprägung eines Ursprungs, die verschiedenen Hälften eines Gesichts. Beide sind Riesling. Und beide strahlen hell und deutlich am (Weiß)Weinhimmel - am Tag und in der Nacht.


Service & Bezugsquellen

Die edelsüße Sonne wird vom Weingut Tesch in der halben Flasche (0,375 Liter) verkauft und kostet ab Weingut 20 Euro.
Der trockene Mond wird in gleich drei Flaschengrößen angeboten. Die halbe Spitzflasche kostet ab Weingut 12 Euro, die ganze Spitzflasche 20 und die Magnum 45 Euro.

Du hast Interesse an Tesch Weinen, wohnst aber leider nicht in der Nähe des Gutes? Dann lasse Dir doch Weine zuschicken - direkt vom Weingut oder Du suchst hier Tesch Weine*.  

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Weinetikett Sonne und MondRiesling

Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe


02|02|2017   Für Genießer ist das eine Messe mit Wow-Faktor: 550 Genusshandwerker aus ganz Europa präsentieren im April auf dem Markt des guten Geschmacks, der Slow Food Messe in Stuttgart, ihre Erzeugnisse. Geboten werden zudem ein Whiskey Markt, geführte Geschmackserlebnisse und Vorträge, eine Kochwerkstatt, ein Marktplatz Brauerhandwerk, eine Vinothek und , und, und . . .

Markt des guten Geschmacks - Genusshandwerker treffen Genießer

Vom 20. bis 23. April öffnet die außergewöhnliche Genussmesse in Stuttgart ihre Tore. Die Leitmesse von Slow Food Deutschland zeigt eine einzigartige Vielfalt regionaler, traditionell handwerklich hergestellter Spezialitäten - 550 Genusshandwerker aus ganz Europa sind auf dem "Markt des guten Geschmacks" zu sehen und präsentieren ihre Erzeugnisse. Das Besondere: Alle Produkte müssen den strengen Qualitätskriterien von Slow Food genügen. Dies bedeutet, dass sie gemäß dem Slow-Food-Motto "gut, sauber, fair" hohe Ansprüche an Geschmack und Qualität erfüllen müssen. Sie werden in traditionell handwerklicher Art, weitgehend frei von Zusatzstoffen sowie umwelt- und ressourcenschonend hergestellt. Seit mittlerweile 25 Jahren macht sich Slow Food Deutschland bereits für traditionelle Lebensmittelproduktion stark.

Die Slow Food Messe Markt des guten Geschmacks in Stuttgart


Rahmenprogramm: Gutes wird besser

Der Continental Whisky Market bietet Whiskybrennereien des europäischen Festlands eine einzigartige Bühne. In diesem Jahr wird sein Angebot nochmals erweitert: In der angeschlossenen "Schokoladen-Fabrik" wird das Genusspaar Whisky und Schokolade präsentiert. Besucher haben die Möglichkeit, sich über Rohstoffe und Herstellungsmethoden zu informieren - Austausch mit Schokoladen-Erzeugern und Whisky-Brennern inklusive.
Um andere Bohnen geht es einige Meter weiter: Erstmals präsentiert sich die Deutsche Röstergilde auf dem "Markt des guten Geschmacks". Die Gilde steht für traditionelle und gesundheitsbewusste Bohnenröstmethoden. Kaffeeliebhaber können sich hier auf einen lebendigen Austausch und hochwertige Geschmackserlebnisse freuen.
Als mittlerweile fester Bestandteile des "Markt des guten Geschmacks" feiert die Kochwerkstatt 2017 ihren fünften Geburtstag. In diesem Rahmen vermitteln Küchenkünstler interessierten Besuchern Basiswissen der Kochkunst und zaubern schlussendlich gemeinsam mit ihnen ein komplettes Gericht.

Slow Food Messe Markt des guten Geschmacks


Nicht mehr wegzudenken sind die zahlreichen Podiumsdiskussionen und Vorträge auf der Forumsbühne. Ebenso fest etabliert haben sich die sogenannten Geschmackserlebnisse - geführte Lebensmittel-Verkostungen, die oftmals ganz neue Perspektiven eröffnen.
Komplettiert wird das Rahmenprogramm und Angebot von den Sonderbereichen Küche und Tafel, Marktplatz Brauerhandwerk und der Vinothek mit einer großen Auswahl deutscher sowie internationaler Weine. Während kleine Manufakturen und Werkstätten im Bereich Küche und Tafel liebevoll gefertigtes Küchenmobiliar und Kochutensilien für die Zubereitung von Lebensmitteln zeigen, dreht sich auf dem Marktplatz Brauerhandwerk alles um Brauereien, die Wert auf traditionelle Herstellungsmethoden legen und weit davon entfernt sind, einen Massenmarkt zu bedienen. Fehlen darf natürlich auch nicht die Lange Tafel: Sie zieht sich durch alle Messehallen und lädt im geschäftigen Messetreiben zum Verweilen und Durchatmen ein. Und nebenbei ist sie natürlich der perfekte Ort, um die angebotenen Speisen zu kosten und mit den Ausstellern und Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Du möchtest noch mehr erfahren? Hier gibt es weitere Informationen zur Slow Food Messe Markt des guten Geschmacks.

Fotos: Messe Stuttgart


Randnotiz


Lust auf ein paar spannende und unterhaltsame Fakten rund um das Thema Slow Food. Dann schaue Dir doch mal die folgende Grafik an. Diese stammt von der lesenswerten Website Kärnten Küche, auf der unter anderem die weltweit erste Slow Food Travel Region vorgestellt wird. Diese liegt hoch oben auf den Bergen und in den malerischen Dörfern des Gailtals und Lesachtals in Kärnten in Österreich. Grafik: www.genusslust.info 

Infografik Slow Food von Kärnten Küche