Gurkensüppchen mit Matjestatar


20|07|2017   Der erste holländische Matjes der neuen Saison ist da! In Hamburg wurde am 13. Juni die Ankunft der ersten Matjes-Fass aus den Niederlanden mit einem offiziellen Begrüßungsfestakt im pittoresken Museumshafen Oevelgönne gefeiert. „Die Qualität ist wieder top. Deutschland kann sich auf eine tolle Saison der zarten Filets mit dem unverkennbaren rosafarbenen Fleisch freuen", urteilt Spitzenkoch Thomas Martin.


Matjes-Rezept von Spitzenkoch Thomas Martin

Der Chefkoch des mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants im Hotel Louis C. Jacob in Hamburg weiß, wie man das Beste aus dem butterweichen und rosafarbenen Fleisch der Holländischen Matjesfilets herausholt - und das nicht nur in der gehobenen Gastronomie, sondern auch am heimischen Herd. Zum Start der Matjessaison 2017 hatte er drei Rezepte zum Nachkochen mitgebracht - von denen ich hier zunächst meinen Favoriten vorstellen möchte, und zwar das kalte Gurkensüppchen mit Matjes-Tatar. Das ist ebenso einfach und zudem schnell zubereitet wie optisch und geschmacklich eine Wucht. Später "schiebe" ich dann seine Rezepte für Matjesfilets mit Rettichsalat und Himbeer-Honigmarinade sowie Matjesfilets mit Kartoffel-Liebstöckelsalat nach.
 Matjes Rezept von Spitzenkoch Thomas Martin


Rezept für kaltes Gurkensüppchen mit Matjes-Tatar


Zutaten  |  für 4 Personen

4 Matjesfilets
3 TL geschnittene Dillspitzen,
1 TL gewürfelte rote Zwiebel
1 Zitrone
1 Salatgurke
2 EL Joghurt
1 EL Himbeeressig
Salz, Cayenne 

Zubereitung  |  ca. 15 Min.

Die 4 Matjesfilets in kleine Würfel schneiden und mit 1 TL der geschnittenen Dillspitzen, 1 TL gewürfelte rote Zwiebel und etwas Zitronensaft vermengen.
Die Gurke waschen und grob klein schneiden. In einem Küchenmixer mit den restlichen Dillspitzen (2 TL), Joghurt, Himbeeressig, etwas Zitronensaft, Salz und Cayennepfeffer mixen.

Anrichten

Das Matjestatar in einer Form auf einen tiefen Teller legen. Form abnehmen und mit dem Gurkensüppchen umgießen. Mit 1 EL Joghurt und Dill garnieren.

Service & weitere Rezepte

Weitere Informationen zum Holländischen Matjes und weitere Rezept mit Matjes findest Du hier im Blog im Artikel Clubsandwich mit Matjes, Avocado-Mayonnaise und knusprigem Speck.

Heringskutter am Kai
Heringskutter am Kai.

Rezept: Thomas Martin
Fotos: Holländisches Fischbüro



15|06|2017   Im April war’s in diesem Jahr noch rattig kalt - so kalt sogar, dass in der Nacht vom 19. auf den 20. April das Thermometer weit in den Minusbereich hinein fiel und die Winzer, Obstbauern und Gärtner landesweit gravierende Frostschäden zu beklagen hatten. An einen Grill hätte man sich in dieser Nacht sicherlich schön die Hände oder (andersherum zugewandt) den Popo wärmen können, aber so richtig in Grillstimmung versetzte einen der Monat nicht. Und so dauerte bis tief in den Mai hinein, bis wir in diesem Jahr unseren Schlachtruf „Angrillen 2017!“ erschallen ließen und zusammen mit Katze Sir Eagle und unserem kleinen Koffergrill namens „Emma“ (mehr über den Ursprung der Namensgebung erfährst Du hier im Bericht zum Angrillen 2016) im Garten die Freiluftgrillsaison 2017 einläuteten.



US Black Angus Steaks, asiatisch gewürzte Filetspieße und Aubergine-Mozzarella-Päckchen

Ein Teil des für diesen Tag vorgesehenen Grillgutes lagerte bereits seit einigen Wochen im Tiefkühlfach: zwei jeweils rund 740 Gramm schwere Rumpsteaks mit Knochen (Strip Loin Bone In) vom US Black Angus. Die Steaks wurden flugs frühzeitig (3 Tage) vor dem Grillevent in den Kühlschrank umgelagert, damit sie dort sanft auftauen konnten. Bevor die schweren Steaks ohne viel Pipapo (nur mit Salz und ein wenig Zucker bestreut) auf den Grill wanderten, durften sie zuvor in der Küche noch gut drei Stunden Zimmertemperatur annehmen.



Ergänzend ließen wir in dem Jahr den „Spießbürger“ raushängen, denn gegrillt wurden zudem frisch zubereitete und zuvor in einer asiatischen Marinade eingelegte Schweinefilet-Gemüsespieße. Außerdem ergänzten einige Auberginen-Mozzarella-Päckchen vom Grill sowie einen leichten Kartoffelsalat das „Angrillen 2017“.




Weinentdeckung: Cantina Terlan aus Südtirol

Zwei Weißweine hatte ich ebenfalls schon einige Zeit zuvor für diesen besonderen Anlass reserviert, und zwar Chardonny der Cantina Terlan aus Südtirol: einen Chardonnay 2016 aus der Traditionslinie der Winzergenossenschaft und den Lagenwein Chardonnay Kreuth 2015.



Ich bin - ich räume es freimutig ein - kein großer Chardonnay-Trinker unter dem Antlitz von Weingott Bacchus - aber auf diese zwei Tropfen freute ich mich besonders. Wieso? Einige Wochen zuvor hatte ich die Frühjahrsweinpräsentation des VDP Rheingau im Kloster Eberbach besucht, und dort waren auch einige Winzer aus Südtirol zu Gast. Zu meiner eigenen großen Überraschung hinterließen bei mir die Terlan-Weine den tiefsten Eindruck - überraschend aus mehreren Gründen:

  1. Die Weinbauregion Südtirol rangierte bislang nicht auf meiner „Weinlandkarte“ - mit Ausnahme von Alois Lageder hätte ich bis dahin keinen südtiroler Winzer namentlich benennen können. 
  2. Bei der Cantina Terlan handelt es sich nicht um ein beschauliches familiäres Weingut, sondern um eine sehr große Winzergenossenschaft (gegründet 1893) mit aktuell 143 Mitgliedern, einer Anbaufläche von 165 Hektar und einer abgefüllten Weinmenge von jährlich rund 1,4 Millionen Flaschen. 
  3. Mit Chardonnay und Sauvignon blanc hatten die „Terlaner“ zwei Rebsorten zum Probieren auf dem Tisch stehen, die bei mir (Schlachtruf: "Riesling rules!") eher entkorkt werden. 
Und doch: Ungeachtet all dessen fand ich die im Kloster Eberbach probierten Terlan Weine und speziell die dort gezeigten Sauvignon blanc Weine äußerst bemerkenswert bis herausragend. 


Als ich jüngst zwei Chardonnay und einen Sauvignon blanc der Cantina Terlan ergattern konnte, war meine Freude also groß, umso mehr, weil ich bei der Probe im Kloster Eberbach zuvorderst die Sauvignons probiert und nur an einen Chardonnay kurz gekostet hatte. Das musste und durfte nun geändert werden! Beim „Angrillen2017“ wurde an den zwei Chardonnays nicht nur genippt, sondern die Weine wurden intensiv verkostet . . . also gemeinschaftlich bis auf den letzten Tropfen geleert.

Wie sich die beiden Cantina Terlan Chardonnays geschlagen haben, dazu weiter unten mehr. Zunächst einmal die Rezepte vom „Angrillen 2017“.


Rezept für Schweinefilet-Gemüsespieße - asiatisch mariniert



 
Zutaten  |  ca. 30
  • 1 großes Schweinfilets (oder 2 kleinere)
  • 2 orange (oder rote) Paprika
  • 2–3 Gemüsezwiebeln
  • ca. 8 Champignons
  • 1 Zucchini
  • 4 EL Olivenöl


Zubehör
  • 8 lange Spieße
  • 1 Küchenpinsel


Zubereitung  |  ca. 30 Min. plus Grillzeit (ca. 15 Minuten)
  1. Am Vortag: Das Schweinfilet parieren und in spießgerechte Stücke (ca. 3x3 cm) schneiden. Die Stücke in die Marinade einlegen - siehe unten.
  2. Am Zubereitungstag: Die Paprika waschen, entkernen und in spießgerechte Stücke schneiden. Die Gemüsezwiebeln schälen und vierteln und die Viertel halbieren. Die Champignons in dickere Scheiben schneiden (5 mm), die Zucchini waschen und in Scheiben (ca. 4 mm) schneiden. Die Paprika und Zwiebelstücke in 2 EL Olivenöl scharf anbraten und einige Zeit weiter schmoren, bis die Stücke etwas weich geworden sind. Anschließende die Champignons und Zucchinistücke in 2 EL Olivenöl kurz anbraten.
  3. Die Filetstücke aus der Marinade fischen (Marinade in einer Schale aufbewahren) und in einem Sieb abtropfen lassen. Das Fleisch dann im Wechsel mit Paprika, Zwiebeln, Champignons und Zucchini auf die Spieße stecken - je drei Filetstücke pro Spieß. Die Spieße auf dem Grill bei direkter Hitze grillen, bis das Fleisch gebräunt ist. Dabei die Spieße einmal wenden. Die Spieße dann auf die indirekte Grillzone umlagern und mit der Marinade bepinseln. Eine kurze Zeit (ca. 5 Min) weiter grillen, dann umdrehen, nochmals mit der Marinade bepinseln und fertig grillen.
  4. Die Spieße zusammen mit den Aubergine-Mozzarella-Päckchen servieren. Dazu passen als Beilage zum Beispiel ein grüner Salat, angeröstete Weißbrotscheiben oder ein leichter Kartoffelsalat (ohne Mayonnaise).

    Hinweis: Du fragst Dich: Warum das Gemüse überhaupt vorab anbraten? Um die Garzeiten der Komponenten anzugleichen. Ich mag es nicht, wenn auf einem gemischten Spieß das Fleisch gar, aber beispielsweise die Paprika noch recht hart im Biss ist. Wenn erforderlich, brate ich deshalb die Lebensmittel mit einer längeren Garzeit vorab - und unterschiedlich lange - an, so dass die Garzeit aller Komponenten nivelliert wird.

Asiatische Marinade


 
Zutaten  |  für 1 Schweinefilet / ca. 750 g Fleisch
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Knoblachzehen
  • 1 Stück Ingwer (ca. 3x2 cm)
  • 1 rote Pfefferschote
  • 1 TL Koriander-Körner
  • 50 ml Sojasauce
  • 50 ml süßen Wein (z. B. Portwein, Madeira, Pflaumenwein)
  • 30 ml Reisessig (alternativ weißer Balsamico-Essig)
  • 100 ml Gemüsefond
  • Saft und Zesten 1/2 Bio-Limone
  • 3 EL Sesamöl
  • 1 TL Meersalz
  • 1 EL brauner Zucker


Zubereitung  |  ca. 15 Min. plus Marinierzeit (min. 3 Stunden.)
  1. Die Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und in kleine Würfel schneiden, das Ingwerstück schälen und fein reiben. Die Pfefferschote waschen, längs halbieren, entkernen und in feine Ringe schneiden. Die Koriander-Körner kurz in einer beschichteten Pfanne ohne Öl anrösten und dann in einem Mörser grob anstoßen. Alles zusammen mit den rechtlichen Zutaten in einem Gefäß mischen und gut verrühren, bis sich Salz und Zucker aufgelöst haben.
  2. Das gewürfelte Schweinefleisch in eine Glas- oder Metallschüssel geben, mit der Marinade begießen und vermengen. Zugedeckt im Kühlschrank mindestens 3–4 Stunde (oder über Nacht) marinieren.


Rezept für Auberginen-Mozzarella-Päckchen


 
Zutaten  |  für 4 Pers.
  • 2 Auberginen
  • 4 EL Olivenöl
  • 4 Tomaten
  • 200 g Büffel-Mozzarella
  • frische Basilikum-Blätter
  • Saft von 1 Zitronen
  • Salz und Pfeffer


Zubereitung  |  ca. 30 Min.
  1. Schneide die gewaschenen Auberginen längs in dünne Scheiben und bestreuen diese mit Salz. Einige Minuten warten, bis das Salz Wasser aus den Auberginen gezogen hat. In dieser Zeit den Mozzarella und die Tomaten in Scheiben schneiden. Anschließend Wasser und Salz von den Auberginen-Scheiben abschütteln und diese mit Küchenkrepp trocken tupfen. In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen und darin die Scheiben von beiden Seiten anbräunen.
  2. Auberginen-Scheiben in Kreuzform übereinander legen. Eine Tomatenscheibe, ein Basilikumblatt und eine Scheibe Mozzarella in die Mitte legen und die Enden der Auberginen-Scheiben übereinander schlagen, so dass ein Päckchen entsteht. Das restliche Olivenöl (2 EL) mit dem Zitronensaft verschlagen und mit etwas Salz und schwarzem Pfeffer würzen.
  3. Die Päckchen auf dem Grill über direkter Hitze so lange grillen, bis die Auberginen bräunen und der Mozzarella zu zerlaufen beginnt. Dabei einmal vorsichtig wenden. Anschließend die Päckchen auf die indirekte Grillzone legen und mit der Öl-Zitronensaft-Mischung bepinseln. 3 bis 4 Minuten weiter grillen, dann umdrehen, nochmals mit der Würzflüssigkeit bepinseln und weitere 3 bis 4 Min. grillen. 




Wein-Tipp: Südtiroler Chardonnay

143 Mitglieder, eine Anbaufläche von 165 Hektar und eine Produktion von rund 1,4 Millionen Flaschen (ca. 35 Prozent Rot-, 65 Prozent Weißweine) jährlich - die genossenschaftlich organisierte Kellerei Terlan hat eine beachtliche Größe und zählt zu den führenden Winzergenossenschaften in Südtirol. Neben der schieren Größe bemerkenswert ist, dass die Kellerei nicht nur im italienischen, sondern internationalen Weinmarkt ein hohes Renommee genießt. Zu verdanken ist dies dem strengen Qualitätskurs, dem sich die Kellerei zusammen mit den Mitgliedern seit langer Zeit verschrieben hat. Wie bislang noch niemals zuvor hat mir die jüngste Verkostung einiger Terlan-Weine im Kloster Eberbach die Augen dafür geöffnet, dass Größe nicht per se mit Masse gleichzusetzen ist, sondern auch echte Klasse bedeuten kann. Die „Terlaner“ keltern Weine für Weinenthusiasten und haben einige Weine in ihrem Portfolio, die zu den weltweit besten ihrer Art gehören, so der Terlaner Sauvignon blanc "Quarz" oder der Terlaner Lagrein Riserva "Porphyr".

Apropos Porphyr: Dass mir die Weine der Cantina Terlan bei der ersten Verkostung direkt so „auf die Zunge gesprungen“ sind, mag einen Grund daran haben, dass die südtiroler Gewächse für mich eine Spur heimatlichen Geschmack mitbringen. Die Weinberge der Cantina sind von einer rötlichen Porphyr-Unterlage geprägt, die den darauf gewachsenen Weinen im besten Fall eine salzige und rauchige Mineralität und Langlebigkeit mitgibt. Dieses vulkanische Gestein mit seinen großen Mineraleinlagerungen ist auch in meiner Heimatregion Nahe - speziell an der für seine Rieslinge berühmten mittleren Nahe - zu finden.


Zu den beiden Weinen 

Der Chardonnay DOC 2016 aus der Traditionslinie der Cantina (12,95 Euro UVP) wurde zu den Schweinefilet-Gemüsespießen mit Auberginen-Mozzarella-Päckchen entkorkt und zeigte sogleich, wo bei den Terlan-Weinen stilistisch „der Hammer hängt“.



Obwohl mit 13,5 Volumenprozent Alkohol kein Leichtgewicht, geht dem Chardonnay geschmacklich jedwede Schwere ab. Der Duft präsentiert sich zunächst verhalten und entblättert mit fortschreitendem Luftkontakt feine Noten von reifer Birne, etwas Zitronenmelisse und Banane, die auf der Zunge durch Noten von Aprikose und weißen Himbeeren ergänzt und im Abgang von Kräuterwürze umschmeichelt werden. Am Gaumen präsentiert sich der Wein weich und harmonisch, aber zugleich auch spannungsgeladen und vital. Zu diesem Eindruck beitragen dürfte der niedrige Restzuckergehalt des Weines (1,7 g/l), aber auch die leicht salzig wirkende mineralisch Note des auf sandigem Porphyr-Verwitterungsboden gewachsenen Chardonnay. Mit den asiatisch marinierten Schweinefilet-Gemüsespießen und Auberginen-Mozzarella-Päckchen hat der im Edelstahl ausgebaute und rund ein halbes Jahr auf der Feinhefe gelagerte Wein Chardonnay 2016 leichtes Spiel - passt! Meine Wertung: 88 Parker-Punkte.


Zu den schweren Rumpsteaks vom US Black Angus werfe ich den Chardonnay Kreuth Jahrgang 2015 in die andere Waagschale.



Der Wein (19,95 Euro UVP) ist ebenfalls kräftig mit 13,5 Volumenprozent Alkohol bestückt, wirkt im Vergleich zum Chardonnay DOC 2016 der Cantina Terlan aber noch „fleischiger“, kräftiger und komplexer. Herrühren dürfte dies unter anderem von der Selektion der Trauben aus bevorzugten Chardonnay-Lagen, dem noch niedrigeren Ertrag von nur 56 Hektoliter pro Hektar und dem anderen Ausbau, denn der „Kreuth“ wird im großen Eichenfass (30 hl) vergoren, durchläuft einen biologischer Säureabbau und reift für acht Monate auf der Feinhefe im traditionellen Holzfass. Zu den fruchtigen Komponenten des Weines (Birne, Sternfrucht, süße Aprikose, Limette) gesellt sich eine feine Feuersteinnote. Am Gaumen schwingen Hefe- und Vanille-Anklänge sowie eine pfeffrig-würzige Note mit, die zusammen in einem langen würzig-mineralischen Nachhall auslaufen. Der Wein ist dicht und druckvoll, bewahrt durch die Säure-/Süßestruktur (5,8 g Gesamtsäure, 2 g/l Restzucker) und seine mineralische, salzige Ader aber eine vitale und vielschichtige Ausdruckskraft. Ein komplexer und ausdrucksvoller, ein cremiger und eleganter Wein, der zu den gegrillten Rumpsteaks locker die Waagschale hält. Meine Wertung: 92 Parker-Punkte.

Du möchtest Weine der Cantina Terlan kennen lernen? Zu kaufen gibt es diese unter anderem hier*.


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Winzer Heiko Bamberger vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


04|06|2017   „Und? Keine Lust, einen Orange Wine zu machen?“, frage ich. Winzer Heiko Bamberger lacht, seine blauen Augen unterstreichen das Lachen mit einem freundlichen Funkeln. Seit gut zwei Stunden sitze ich in der Vinothek des Wein- und Sektgutes Bamberg in Meddersheim und unterhalte mich. Ich löchere den 47-Jährigen mit Fragen. Zu seinen Weinen im Allgemeinen und zu denen des neuen Jahrgangs 2016 im Speziell. Welche Besonderheiten prägen seine besten Weinberge, was treibt ihn als Wein- und Sekterzeuger an, wie würde er seine Betriebsphilosophie in Worte kleiden? Ich bin am Ende meiner Frageliste angelangt - spontan füge ich die Frage nach den „Orange Wines“ hinzu, jenen „Orangenen Weinen“, die wie Rotweine mittels Maischegärung erzeugt werden (die Weißweintrauben werden mit den Beerenschalen vergoren) und seit einiger Zeit extrem „hip“ sind.
Heiko Bamberger richtet seinen Blick einen Moment nach innen, denkt über die Frage nach. Dann schüttelt er leicht den Kopf und deutet durch das große Panoramafenster nach draußen. „Nein!“, sagt er. „Nein, ich möchte das da draußen in meinen Weinen einfangen und ausdrücken, dieses Stück Heimat, diese Weinlandschaft. Dazu brauche ich keine Orange Wines.“

Winzer Heiko Bamberger vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Winzer und Sekterzeuger Heiko Bamberger.

Mein Blick folgt seinem Fingerzeig, ich sehe grüne Wiesen und Obstbäume, die in der vom nahen Fluss plan geschliffenen und von Bergen gesäumten Ebene stehen. Das Licht fällt weich auf die Wiesen und Felder, die bis zum Fuß des Berges reichen, der sich am Blickhorizont gen Himmel erhebt. Der Altenberg, dessen uns zugewandte Hangflanke Zeile um Zeile mit Weinreben bepflanzt ist. Der - wie ich es inzwischen aus dem vorhergehenden Gespräch weiß - Lieblingsweinberg im Lagenportfolio von Heiko Bamberger. Wir lassen das Bild der Weinlandschaft einen Moment auf uns wirken - dann fährt der 47-Jährige fort: „Die Nahe ist ein kleines aber buchstäblich feines Weinbaugebiet. Unser großer Schatz ist die unheimliche Vielfalt an verschiedenen Weinbergsböden, deren Unterschiede in ebenso feingliedrigen wie facettenreichen und mineralischen Charakterweinen zum Ausdruck kommen. Diese feingliedrige, feinfruchtige und mineralische Art ist stilbildend für die Nahe - und genau diesen Weinstil möchte ich mit meinen Weinen auch ausdrücken, auf den Punkt bringen und so den Charakter unserer Heimat im Charakter unserer Weine spiegeln. Und dazu ist - finde ich - ein Orange Wine ungeeignet.“

Riesling vom Winzer vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


Wie zum Beleg schießt mir der Geschmack eines Weines auf die Zuge, den ich eine Woche zuvor bei der Jahrgangspräsentation der Bambergers probierte: 2016er Gutsriesling trocken. Der Einstiegsriesling in die Welt der Bamberger-Weine hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Ein feiner Pfirsichduft steigt in die Nase, am Gaumen schälen sich Aromen von Galia-Melone und eine feine Lorbeer-Würze heraus. Zitrusnoten und eine steinig-salzige Nuance klingen auf, die durch eine gut eingebundene, aber „pfiffige“ Säure weit in den Abgang hinein getragen werden. Ein toller Gutriesling, ein klasse Wein, der es auf meiner gerade erst eröffneten Sommerwein-Favoritenliste weit nach oben schaffen dürfte.


Wein- statt Maschinenbauer - gute Entscheidung!

In den Gutsriesling fließen Trauben aus den drei Spitzenlagen des Gutes ein, und jede Lage bringt ihre spezifische Stärke in der Cuvée zum Ausdruck: „Beim Monzinger Frühlingsplätzchen sticht die salzige Mineralik hervor, der Meddersheimer Altenberg zeigt eine prägnantere Säure und der Meddersheimer Rheingrafenberg bringt zumeist Weine mit mehr Reife, Länge und Kraft hervor“, so Heiko Bamberger. Dessen Familie bewirtschaftet seit Generationen diese drei ausgezeichneten Steillagen an der oberen Nahe, die höchsten Weinberge liegen auf knapp 300 Meter über Normalnull.

Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe in Meddersheim


Den Boden für das heutige Wein- und Sektguts legten einst die Großeltern mit ihrem landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb inklusive Fassweinverkauf. Deren Sohn Karl-Kurt schiebt ab 1968 den Flaschenweinverkauf an, nur ein Jahr vor der Geburt von Heiko Bamberger. Der heutige Seniorchef richtet den Betrieb in den 70er Jahren sukzessive auf den Weinbau aus und beginnt 1984 parallel mit der eigenständigen Versektung. Eine Phase, die im Rückblick auch prägend für Heiko Bamberger ist. Da er in der Schule Französisch lernt, darf er Jahr für Jahr als junger „Übersetzer“ zusammen mit seinem Vater nach Frankreich in die Champagne reisen, wo Karl-Kurt Bamberger eine Freundschaft mit Champagner-Erzeuger Maurice pflegt, mit dem der Naheländer sein Wissen über und Verständnis von der Erzeugung edler Schaumweine vertieft. „Für mich als junger Bursche war das eine spannende und erlebnisreiche Zeit“, so Heiko Bamberger.

Ute Bamberger vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Ute Bamberger und ihr Sohn im Vinotheksverkauf.


Gleichfalls Wein- und Sektbauer werden, dass kam ihm aber zunächst nicht in den Sinn. „Mit 19 wollte ich Maschinenbauer werden“ erinnert er sich. Doch es kommt anders: Die Zeit bei der Bundeswehr sowie Praktika in Maschinenbau-Betrieben lassen in ihm die Einsicht reifen, dass die Arbeit in einem Weingut mehr Freiraum für eigenständiges Entscheiden und Arbeit, Kreativität und Selbständigkeit lassen. Der Spross der Winzerfamilie entschließt sich, nun doch in die Fußstapfen seiner Vorfahren zu treten, er beginnt ein Studium an der Hochschule in Geisenheim und legt 1994 sein Diplom als Ingenieur für Weinbau und Oenologie ab. Zu diesem Zeitpunkt steht für Heiko Bamberger fest, dass die Entscheidung zugunsten des Weinbaus die richtige war, denn bereits mit der Weinlese 1993 übergibt Vater Karl-Kurt Bamberger die technische Verantwortung für den Ausbau der Weine und Sekte an seinen zum damaligen Zeitpunkt 24 Jahre alten Sohn.


Das Mantra: Qualität, Klarheit und Stringenz

Heute führt der Diplomingenieur für Weinbau und Oenologie zusammen mit seiner Frau Ute eigenverantwortlich den Betrieb, in dem Jung und Alt wie seit alters her die Weinberge Hand in Hand bearbeiten. Was sich in den vergangenen Jahren geändert hat? 1993 verfügte das Wein- und Sektgut über 6,5 Hektar Rebfläche, heute ist es mit rund 15 Hektar mehr als doppelt so viel. „Wenn es sich anbot, haben wir gute Lagen dazu gekauft, speziell sehr gute Rieslinglagen im Frühlingsplätzchen, im Alten- und im Rheingrafenberg“, so Heiko Bamberger. „Aber nur solche Lagen, die unseren Qualitätsvorstellungen entsprochen haben, denn Qualität war und ist immer unsere Maxime, auch beim Wachstum.“

Weinberg vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Blick auf Meddersheim.


Die Fokussierung auf Qualität bestimmt das Wirken im Weingut- und Sektgut Bamberger in allen Bereichen. Um die Stärken des Gutes klar herauszuarbeiten, dünnte Winzer und Sekterzeuger Heiko Bamberger in den vergangenen Jahrzehnten den Rebsortenspiegel und das Weinsortiment aus, um sich auf die klassischen und für die Nahe stilbildenden Rebsorten zu konzentrieren: Riesling, Weiß- und Grauburgunder sowie Spätburgunder nehmen heute den Großteil der Rebfläche ein, einige wenige andere rote Rebsorten sowie Rivaner und Gewürztraminer nur noch einen Bruchteil. Um die charakteristische Eigenart, das Terroir der jeweiligen Rebflächen heraus zu kitzeln, werden alle Weine von Heiko Bamberger parzellengenau in zumeist kleinen Gebinden eingelagert und spontan angegoren. Zur Betonung von Feingliedrigkeit und Frucht erfolgt der Ausbau der Weißweine im Edelstahl („Mit der klaren Stilistik dieser Weine bin ich groß geworden, das ist unser Betriebsstil“), die weißen und roten Burgunder mit Lagenangabe reifen entweder in großen Holzfässern oder auch in kleinen Barriques weiter. Das Streben nach dem Wesentlichen, nach Klarheit und Stringenz spiegelt sich auch in der Außendarstellung wider. Die Etikettengestaltung und der Internetauftritt der Gutes werden „aufgeräumt“ und aufeinander abgestimmt modernisiert, die Fokussierung auf Charakterwein und hochkarätige Sekte bestimmt die Darstellung des Gutes auf der Internet-Homepage und in den gutseigenen Prospekten.

Vinothek vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Einblick in die Vinothek des Wein- und Sektgutes.


Die Marschrichtung ist klar definiert: Nicht mehr vom Beliebigen, sondern weniger vom Besonderen - so lässt sich das Streben der Meddersheimer Winzerfamilie nach dem qualitativ besonderen, dem gradlinig-klassischen, dem puristischen und charakterstarken Wein- und Sektgenuss auf den Punkt bringen. Basis und Garant dafür sind die bereits erwähnten drei Spitzenlagen des Gutes: das Monzinger Frühlingsplätzchen, der Meddersheimer Altenberg und der Meddersheimer Rheingrafenberg.



Lagentrio: Frühlingsplätzchen, Altenberg, Rheingrafenberg

Frühlingsplätzchen: Weinberg vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Monzinger Frühlingsplätzchen


Die gutseigenen Rebanlagen im Frühlingsplätzchen liegen östlich der Gemeinde Monzingen. Dort ist der Boden durch Quarzit mit Anteilen von grauem Schiefer dominiert. „Stilistisch stechen die Weine aus dem Frühlingsplätzchen durch Aromen von hochreifen gelben und zum Teil exotischen Früchten hervor. Charakteristisch ist zudem eine salzige Mineralität und reife Säure“, so Heiko Bamberger.

Altenberg: Weinberg vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Meddersheimer Altenberg


Die Lieblingslage von Heiko Bamberger ist der Meddersheimer Altenberg, der durch die Gesteinsart Rotliegendes geprägt ist. „Dort wachsen charakterstarke, vom Stil her etwas kühlere Rieslinge mit den charakteristischen Noten von Pfirsich, Aprikose und Mirabellen in Kombination mit einer kräutrigen Würze. Die Rieslinge von dort bringen in jungen Jahren eine prägnante Säure mit und brauchen zumeist mehr Zeit für die volle Entwicklung.“

Rheingrafenberg: Weinlage vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Meddersheimer Rheingrafenberg


Konglomerat-Gestein mit eingestreutem Quarzit ist charakteristisch für den Meddersheimer Rheingrafenberg. „Vom Stil her liegen die Weine aus dieser Lage zwischen denen aus dem Frühlingsplätzchen und von Altenberg, die Weine von dort zeigen eine etwas ausgeprägtere Reife, Kraft und Länge.“ Zu Gute kommt dies speziell den Weiß- und Grauburgunder Lagenweinen des Gutes, die aus dem Rheingrafenberg stammen.

Weinlagen rund um Meddersheim an der Nahe
Die Weinlagen rund um Meddersheim. Karte: DWI


Wie gut die Lagen in einer Cuvée zusammen wirken, das hat bereits der oben erwähnte Gutsriesling 2016 demonstriert. In den trockenen Lagenweinen des Gutes lässt sich den urtypischen Eigenschaften und Charakteristika der einzelnen Spitzenweinberge nachspüren. Beispiele aus der jüngsten Frühjahrspräsentation:

Obwohl noch jung und in der Nase von einer feinen Hefenote durchzogen, zeigt der Lagenriesling Monzinger Frühlingsplätzchen 2016 bereits jetzt, was in ihm steckt. Gelbfrucht-Düfte und eine feine Würze durchziehen den Wein, der am Gaumen sehr zentriert und trotz seiner Jugend bereits sehr harmonisch wirkt. Je länger der Wein auf der Zunge verweilt, desto mehr schälen sich Noten von Limette und roter Grapefruit hervor und feine Gerbstoffe bringen den Gaumen zum Schwingen - man vermeint, regenfeuchten Schiefer zu schmecken.

Riesling vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


Der Altenberg Riesling aus dem Vorgängerjahrgang 2015 wirkt bereits in der Nase reifer und runder. Der Wein verfügt über einen feinen Schmelz. Eine dezente und mit würzigen Komponenten verwobene Honignote umschmeichelt die Gelbfruchtaromen, im Nachhall bauen Zitrusnoten in Kombination mit einer sich weiter herausschälenden Würze nochmals Zug auf, ein kühler, frischer Duft von nassen Bachkieselsteinen unterstreicht den mineralischen Charakter.

Winzer Heiko Bamberger vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


Auf den Punkt herangereift zeigt sich der Riesling Frühlingsplätzchen Réserve Jahrgang 2014. In der Nase balgt sich eine intensive Aprikosenfrucht mit beerigen, rosinigen Düften, am Gaumen klingen saftiger Pfirsich, ein Hauch von Birne, kleinen Erdbeeren, eine Spur Champignons und der Duft von frischem Lorbeerblatt auf, eine feine kräutrige Würze zieht den Abgang in die Länge. Finesse und Tiefe, feine Frucht und Würze sind im Frühlingsplätzchen Réserve 2014 perfekt verwoben und spannen ein breites aromatisches Panorama auf - mein trockener Lieblingsriesling der aktuellen Kollektion von Heiko Bamberger.

Riesling vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe



Gut Wein will Weile haben: Mehr Zeit für mehr Qualität

Drei Lagenrieslinge aus drei unterschiedlichen Jahrgängen - die zuvorderst etwas über ihre Herkunft erzählen, aber zugleich auch über eine weitere Facette im „Qualitätsmosaik“ von Heiko Bamberger bebildern - und diese Facette heißt ZEIT. Genau diese räumt der Winzer seinen Weinen zum Heranreifen ein, und so steht aktuell das Frühlingsplätzchen des neuen Jahrgangs 2016 gar nicht auf der Verkaufsliste, während der Riesling Réserve aus 2014 erst jetzt in den Verkauf gekommen ist. Das hat System, wie Heiko Bamberger erläutert „Wo steckt die Qualität der Weine. In der guten Herkunft, in erstklassigen Lagen, in einem guten Jahrgangsverlauf und im behutsamen und schonenden Ausbau, klar. Aber: Qualität steckt auch in Faktor Zeit. Viele junge Weine werden viel zu oft viel zu früh präsentiert. Dabei brauchen die Weine Zeit, bis sie sich optimal in der Flasche präsentieren - und genau diese Zeit geben wir unseren Weinen und auch Sekten.“

Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


Eine Haltung, die sich im Weinsortiment der Bambergers widerspiegelt. Im Bereich der Lagenweine ist aktuell kein Wein aus dem jüngsten Jahrgang 2016 gelistet, diesen wird noch mehrere Monate Reifezeit in der Flasche gegönnt. Und die Réserve-Weine, die in Sachen Qualität und Lagerfähigkeit die Spitze der Lagenweine darstellen und nur in dafür geeigneten Jahren erzeugt werden, kommen grundsätzlich erst nach einer zweijährigen Flaschenreife in den Verkauf - frühestens: „Brauchen diese Weine noch mehr Zeit, dann bekommen sie diese auch.“ „Klar“, räumt der Meddersheimer Winzer ein, „das Neue, also der neue Jahrgang erregt beim Kunden immer die größte Neugierde. Aber wir arbeiten seit Jahren daran, deutlich mitzuteilen und mit unseren Weinen auch zu zeigen: Warte mal, lass‘ diesem Wein noch etwas mehr Zeit! Dann wirst Du mit dem bestmöglichen Genuss belohnt.“
Passt! Ich finde: Das klingt klar, das klingt konsequent, das klingt unverkennbar nach Heiko Bamberger - dem Naheländer und Winzer, der nicht mehr vom Beliebigen, sondern weniger vom Besonderen möchte - und das zum bestmöglichen Zeitpunkt.

Impressionen vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe



Randnotiz

Rund 80 Prozent der Weine baut Heiko Bamberger trocken aus, rund 15 Prozent halbtrocken beziehungsweise feinherb. Für die rest- und edelsüßen Weißweine im Lagenportfolio bleibt da - rein mengenmäßig - nur eine kleine Nebenrolle, aber diese füllen die Weine grandios aus. Das rest- und edelsüße Duo Spätlese und Auslese 2015 aus dem Monzinger Frühlingsplätzchen und der Eiswein aus dem Rheingrafenberg haben mich bei der jüngsten Jahrgangspräsentation restlos begeistert.

Riesling Spätlese vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


Bereits die Spätlese 2015 (zwischen 70 und 80 g Restzucker) setzt ein deutliches Ausrufezeiten und demonstriert mustergültig, zu welch einem phantastischen Süße-Säurespiel die Rebsorte Riesling fähig ist. Der Wein verströmt üppige Aromen von reifen Gelbfrüchten von (Mandarine, Honigmelone, Pfirsich, Aprikose), die auf der Zunge von einem Hauch Karamell umschmeichelt und durch eine extrem animierende Säure zum Tanzen gebracht werden. Diesem Tanz gibt man sich gerne hin, denn der Wein gleitet klar und frisch über die Zunge und jeder Schluck animiert zum nächsten. Meine persönliche Wertung: 92 Parker-Punkte.

Riesling Auslese vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


Noch eine Spur intensiver und facettenreicher ist das fulminante Fruchtspiel der Riesling Auslese 2015, die zum Gelbfrucht-Feuerwerk intensive exotische Fruchtaromen (Mango, Maracuja) beisteuert. Verwoben in dieses Fruchtspiel ist eine feine Würze (Salbei, Lorbeer), ein Touch von Thymian-Honig und eine dezent rauchige Aromaspur. Obwohl mit noch mehr Restzucker ausgestattet als die Spätlese, verfügt auch dieser Riesling über einen phänomenalen „Trinkzug“. Hier paart sich eine beeindruckende innere Dichte mit einem Touch von Schwerelosigkeit. Wertung: 94 Parker-Punkte).

Eiswein vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe


Ein edelsüßer Kracher im aktuellen Sortiment von Heike Bamberger ist der Eiswein. Dessen gefrorenen Trauben wurde aus einer Rebanlage am Hangfuß des Meddersheimer Rheingrafenberg bei Temperaturen von minus 7 Grad Celsius gelesen, und zwar zu einer Zeit, als kaum mit dieser Kühle zu rechnen war: am 30. November. Die hohe Reife der Trauben in Kombination mit ihrer exzellenten und so gut wie von Edelfäule freien Verfassung mündete in einem brillanten Eiswein mit einer kristallklaren und reinen Eisweinnote in der Nase. Am Gaumen balgen sich intensive und exotischen Fruchtaromen (weißer Pfirsich, kandierte Aprikose und Ananas, Kaffir Limette, Papaya) mit Noten von süßen Rosinen und einer feinen Salbeiwürze. Die betörende Reintönigkeit des Eisweins wird durch die agile Säure (ca. 13 g.) unterstrichen, die spielerisch die verführerische, den Gaumen wie Samt umkleidende Süße zu bändigen weiß. Meine Wertung: 96 Parker-Punkte.

Service

Winzer Heiko Bamberger vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Heiko Bamberger.  Foto: Moderne Topfologie
 
Dieser Artikel dreht sich um den Winzer Heiko Bamberger. Du möchtest mehr über den Sekterzeuger Heiko Bamberger erfahren? Kein Problem! Im vergangenen Jahr habe ich den Bereich Sekterzeugung des Wein- und Sektgutes Bamberger näher unter die Lupe genommen, nachzulesen hier im Blog im Bericht Riesling- und Pinot-Sekt von der oberen Nahe - das perlt!


Winzerfamilie Bamberger vom Wein- und Sektgut Bamberger an der Nahe
Winzerfamilie Bamberger: Ute und Heiko Bamberger mit Tochter und Sohn. 

Fotos: Moderne Topfologie & Wein- und Sektgut Bamberger

VDP Heimspiel - Weinpräsentation an der Nahe im Jahr 2017


01|06|2017   120 verschiedene Weine von 30 VDP Weingütern aus drei Weinbauregionen (Rheinhessen, Nahe, Ahr) - dieses Weinangebot steht am Sonntag, 25. Juni, beim VDP.HEIMSPIEL 2017 in drei Weingütern an der Nahe auf den Verkostungstischen. Du möchtest hin? Moderne Topfologie verlost zusammen mit dem VDP Nahe 3x2 Kombi-Tickets, die den kostenfreien Besuch der genussvollen Weinveranstaltung ermöglichen.

Eine ganz besondere Möglichkeit, die Weine von 30 deutschen Spitzenweingütern kennen zu lernen, wird Weinfreunden am Sonntag, 25. Juni, an der mittleren Nahe geboten. Beim VDP.HEIMSPIEL 2017 werden an einem Tag 30 Weingüter des Verbandes „VDP.Die Prädikatsweingüter“ zusammen 120 verschiedene Weine (jedes Weingut vier Stück) präsentieren. Austragungsort dieser besonderen Weinveranstaltung sind drei Weingüter, und zwar die Betriebe Dr. Crusius in Traisen, Gut Hermannsberg in Niederhausen und Dönnhoff in Oberhausen (kleine Fotos oben von links), die alle an der mittleren Nahe beheimatet sind und beim VDP.HEIMSPIEL durch einen Shuttlebus-Service (für Kombi-Ticket-Inhaber kostenfrei) verbunden werden.

Von 11 bis 18 Uhr haben Besucher Zeit, neue und gereiftere Weine der neun VDP Gütern von der Nahe und der 21 VDP Betriebe aus Rheinhessen und von der Ahr zu probieren. Welcher Winzer welche Weine mitbringt, kannst Du im Katalog zum VDP.Heimspiel nachlesen, den Du hier einsehen und herunterladen kannst.
Zu den Weinen ergänzend angeboten werden kleine kulinarische Leckerbissen (welche, das erfährst Du weiter unten). In jedem der drei Naheweingüter werden zehn VDP Winzer ihre Weine präsentieren - je drei von der Nahe, zwei von der Ahr und fünf aus Rheinhessen. Welches VDP Weingut wo zu finden ist, das erfährst Du in der"Wer-ist-wo-zu-finden-Liste" - zu finden in meinem ersten Blog-Bericht zum VDP.HEIMSPIEL.


Gewinnspiel zum VDP.HEIMSPIEL

Zusammen mit dem VDP Nahe, Ausrichter der Veranstaltung, verlose ich 3x2 Kombi-Tickets für das VDP.HEIMSPIEL 2017. Die Gewinner können damit alle drei HEIMSPIEL-Standort besuchen, ohne dort Eintritt bezahlen zu müssen.
Wer beim Gewinnspiel mitmachen möchte, sendet bis Mittwoch, 7. Juni, 18 Uhr, eine E-Mail mit dem Stichwort VDP.HEIMSPIEL an modernetopfologie@gmail.com. Bitte in der Mail die Adresse angeben, denn die Karten werden vom VDP Nahe per Post zugeschickt. Zuvor erhalten die Gewinner von Moderne Topfologie via E-Mail eine Gewinnbenachrichtigung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!


Tickets für das VDP.HEIMSPIEL 2017

Wer sich einen möglichst umfassenden Eindruck von den Weinen verschaffen möchte, kann ein Kombi-Ticket für alle drei Standorte des VDP.HEIMSPIELs zu 35 Euro kaufen. Wer nur eines der Weingüter besuchen möchte, erhält ein Ticket für 20 Euro. Karten im Vorverkauf für das VDP.HEIMSPIEL gibt es in allen teilnehmenden VDP Weingütern sowie in der VDP Geschäftsstelle Nahe, Tel. 0 67 27 / 8 94 99 25, E-Mail info@vdp-nahe.de.

Weinlage Rotenfels an der Nahe
Eine der beeindruckenden Weinbergslagen der Nahe am Rotenfels. Foto: DWI

Anreise & Parken

Die Nutzung eines Shuttle-Busses, der die drei Güter verbindet, ist im Kombi-Ticket inbegriffen. Kombi-Ticket-Inhaber, die mit dem Zug anreisen, haben zudem die Möglichkeit, gegen 5 Euro Aufpreis einen Bus-Shuttle vom Bahnhof Bad Münster nach Traisen zu buchen. Anmeldung dazu über Tel. 0 67 27 / 8 94 99 25.

Wer mit dem Auto anreist, findet am Weingut Dönnhoff in Oberhausen Parkmöglichkeiten auf der weingutseigenen Wiese direkt am Gut sowie weitere im Ort. In Traisen lassen sich rund um das Weingut Dr. Crusius in der Ortslage Parkmöglichkeiten finden. Direkt auf dem Gelände des Gutes Hermannsberg gibt es einige wenige Pkw-Stellplätze. Einige Parkmöglichkeiten gibt es am Rande der Zufahrt zum Gut (am Veranstaltungstag gilt dort eine Einbahnstraßen-Regelung) und am nahe gelegenen Sportplatz.


Speisenauswahl (alles unter 10 Euro) beim VDP.HEIMSPIEL

Weingut H. Dönnhoff
  • Gebratene Blutwurst auf Kartoffelpüree mit Apfelkompott
  • Gebeizter Kräuterlachs mit Spargelsalat
  • Spundekäs mit Laugenstange
  • Kleiner Salat mit Wildkräutern, Pinienkernen und Croutons

Weingut Dr. Crusius
  • Wurstsalat im Gläschen mit Bauernbrot
  • Elsässer Flammkuchen
  • Spundekäs‘ mit Laugenbrezel

Gut Hermannsberg
  • Camembert-Kuchen
  • Wildgulasch im Glas
  • Bulgur-Salat im Gläschen
  • Dattel-Creme
  • Laugengebäck

VDP Heimspiel 2017 an der Nahe - das Organisationsteam
Freuen sich auf das »VDP.Heimspiel« und hoffen auf viele Besucher (v. l.): Hannah Leubner (Weinland Nahe), Désirée und Christian Patsch (Gut Hermannsberg), Frank Schönleber (VDP Nahe), Anne Dönnhoff (Weingut Dönnhoff) und Judith Crusius (Weingut Dr. Crusius).  Foto: Moderne Topfologie

Ecovin Weingut Forster an der Nahe


25|05|2017   Was das Tolle an der Welt der Weingüter ist? Nicht nur, dass es immer wieder neue zu entdecken gibt, sondern auch, dass in altbekannten Gütern Jahr für Jahr ein neuer Jahrgang präsentiert wird, der stets ein wenig anders schmeckt und dazu einlädt, sich erneut auf Entdeckungsreise durch das Weinsortiment zu begehen, sich überraschen zu lassen und nach eigenem Geschmack alte Weinfavoriten zu bestätigen oder ganz neue zu küren. Genau so sein wird es auch bei der Jahrgangspräsentation, zu der Winzerfamilie Forster am Pfingstmontag, 5. Juni, von 11 bis 18 in ihr Weingut an der Nahe in der Burg-Layer-Straße 20 in Rümmelsheim einlädt - und auf diese für alle Besucher offene Probe (Eintritt frei) freue ich mich persönlich ganz besonders.

Biowein aus dem Weingut Forster an der Nahe


Warum? Das hat gleich mehrere Gründe: Nummer eins: Bereits im vergangenen Jahr (in dem ich das zum Ecovin-Verband gehörende Weingut Forster übrigens erstmals kennen lernte) haben mich einige der Weine extrem begeistert - und zwar so sehr, dass sie es in meiner persönlichen Bestenliste Jahrgang 2015 bis weit oder sogar ganz nach oben schafften - doch dazu später mehr. Grund Nummer zwei: Georg und Margit Forster werden am Pfingstmontag in ihrem Weingut nicht nur den neuen Jahrgang 2016 ihres bekannten Weinsortiments vorstellen, sondern auch eine Premiere feiern. Erstmals werden die neuen, mit dem Weinjahrgang 2016 erstmals aufgelegten "Entdeckerweine" des Gutes präsentiert.


Seefahrer, Bergsteiger, Wüstenwanderer

Dreimal Riesling, dreimal verschiedene Lagenherkunft, dreimal einen Weinbergsboden unterschiedlich interpretiert. Die drei neuen "Entdeckerweine" der Winzerfamilie Forster transportieren und bieten für Weinfreunde echte Entdeckerlust. Inspiriert vom (nicht verwandten) Namensvetter Georg Forster, der als Weltentdecker und Humanist in die Geschichte einging und zeitweise in Mainz lebte, machte sich Winzer Georg Forster zusammen mit seinem Sohn in den vergangenen Monaten daran, eine ganz besondere Entdeckertour für Weingenießer zu vinifizieren - die "Entdeckerweine". Die auf die Namen "Seefahrer", "Bergsteiger" und "Wüstenwanderer" getauften drei Rieslinge "deuten auf die geologische Prägung und Geschichte des jeweiligen Standortes hin", so Georg Forster.

Margit Forster vom Weingut Forster
Margit und Georg Forster bei der Rebpflege im Weinberg.


Für Weinfreunde bieten die "Entdeckerweine" die spannende Gelegenheit, einen Weinbergsboden in drei verschiedenen Ausprägungen zu erleben. Denn die Trauben für die drei "Entdecker-Rieslinge" wuchsen auf einem von der Gesteinszusammensetzung vergleichbaren Boden, aber in drei verschiedenen und voreinander entfernten Lagen. Dreimal Riesling, dreimal verschiedene Herkünfte, dreimal eine andere Interpretation, eine anders erzählte Weingeschichte. Mit den "Entdeckerweine" können sich Besucher der Jahrgangspräsentation auf eine See-, eine Berg- und eine Wüstenrieslingtour begeben.


Die "Fantastic Forsters": Und welche Heldentaten kommen jetzt?

Welche Tour einem davon persönlich am meisten zusagt und welcher "Entdeckertyp" man ist, gilt es bei der Jahrgangspräsentation herauszufinden. Ich bin gespannt, denn auch ich kenne die Weine noch nicht. Für mich persönlich bei der Probe herauszufinden gilt es zudem, wie viel Platz ich in meinem Weinkeller für neue Forster-Weine reservieren muss. Eine nicht unwichtige Frage, denn im vergangenen Jahr war der "Platzanspruch" dieser Weine beachtlich groß. Begeistert und "geflashed" von einigen Tropfen des Jahrgangs 2015 taufte ich Winzerfamilie Forster nach dem Besuch der letztjährigen Jahrgangsprobe kurzerhand in in die "Fantastic Forsters" um, nachzulesen im Bericht mit dem Titel The Fantastic Forsters: Vier formidable Weine vom Jahrgang 2015 hier im Blog.

Riesling aus dem Weingut Forster an der Nahe


Einige der damals entdeckten Weine setzten sich dann schnell in meinen persönlichen Bestenlisten Jahrgang 2015 fest - und ein Wein hat sogar einen Spitzenplatz inne. Der Riesling halbtrocken 2015 aus dem Keller des Weingutes Forster ist der in unserem Haushalt der meist getrunkene Wein des vergangenen Weinjahrgangs. Eine wirklich fantastische Leistung, denn das auf diesem Spitzenplatz jemals ein halbtrockener und kein trockener Riesling landen wird, hätte ich bis zur Begegnung mit dem Forsterschen Wein nie und nimmer auch nur im Ansatz in Rechnung gestellt.


Riesling vom Kies und Riesling vom roten Schiefer

Ein weiterer Forster-Wein gehört zu meiner Top-5-Liste der besten trockenen Rieslinge des Jahrgangs 2015, und zwar der Riesling vom Kies. Zusammen mit dem Riesling vom roten Schiefer gehört der „Vom Kies“ zu den "ERDENweinen" der Forsters, die ihr Sortiment in die aufsteigenden Kategorien NAHEweine, ERDENweine und LAGENweine einteilen. Die weißen und roten ERDENweine schickt Winzerfamilie Forster ins Rennen, um die unterschiedlicher Weinbergsböden zum Klingen zu bringen - und das gelingt mit dem Riesling-Duo "vom Kies" und "vom roten Schiefer" in beeindruckender Manier. Was beide Weine auf dem Kasten haben, bewiesen sie bereits beim Wettbewerb „Internationaler Bioweinpreis“. Den "Riesling vom roten Schiefer 2015" adelte die Jury im vergangenen Jahr mit der Höchstauszeichnung "Großes Gold" (und 96 PAR-Punkten). Ein Jahr zuvor kletterte der Forstersche "Riesling vom Kies" sogar noch etwas höher, er erhielt ebenfalls "Großes Gold" und kratzte mit 99 von 100 möglichen PaAR-Punkten tatsächlich an der Decke des Weinhimmels - kein anderer Weißwein erhielt bei diesem internationalen Biowein-Wettbewerb eine derart höhe Bewertung.

Riesling vom Kies und Riesling vom roten Schiefer


Mein Favorit dieses Spitzenwein-Duos beim Jahrgang 2015: mit hauchdünnem Vorsprung der "Riesling vom Kies". Wer von beiden beim Jahrgang 2016 das Rennen machen wird, wird sich bei der Jahrgangsprobe am 5. Juni zeigen. Zu probieren gibt es dann das gesamte aktuelle Sortiment der Forstes, darunter neben Riesling von trocken bis rest- und edelsüß auch Weißburgunder und Scheurebe, Früh- und Spätburgunder - letzteren als Rosé und Rotwein sowie erstmals in diesem Jahr auch als Blanc de Noir. Eine Besonderheit im aktuellen Sortiment ist zudem der "Spätburgunder saignee", ein "Weißer aus roten Trauben", so Georg Forster, "quasi der Aderlass des Rotweines, komplett durchgegoren, sehr filigran und mit einer sehr feinen Frucht."


Also: es gibt bei der kommenden Jahrgangsprobe in der Vinothek im Weingut Forster am Pfingstmontag, 5. Juni, 11 bis 18 Uhr, Burg-Layer-Straße 20 in Rümmelsheim viel zu entdecken. Auch die Weinbar im Hof wird geöffnet sein und zudem werden kleine kulinarische Leckerbissen zum Kauf angeboten. Ich mach' mich am Pfingstmontag auf den Weg zu Winzerfamilie Forster, wer kommt mit?


Randnotizen

WeinHöfeFest: Bereits an den beiden Vortagen ist bei den Forsters einiges los, denn am 3. und 4. Juni findet rund um die Burg Layen bei acht Winzern das WeinHöfeFest statt. Vielfältige musikalische Unterhaltung, ein abwechslungsreiches Angebot an Speisen und eine große Auswahl an Nahe-Weinen können beim Bummel durch die Winzerhöfe genossen werden. Offizielle Eröffnung am Samstag um 17.30 Uhr. Im Hof des Weingutes Forster wird am Samstageine Weinparty mit "Poéts musicales", den Musikpoeten aus dem Saarland geboten, am Sonntag ab 11 Uhr Swing und Blues, handgemacht von der "Basin-Street-Band" und am Sonntagabend ein musikalischer Ausklang mit "Schall & Rauch". Weitere Info zum Programm des WeinHöfeFestes hier.

Winzerfamilie Georg, Margit und Johannes Forster
Georg, Johannes und Margit Forster (v. l.).

Weingut Forster: Die Geschichte des Weingutes geht auf das Jahr 1938 zurück. Die Großeltern Josef und Anna Forster gründeten den Betrieb als Mischbetrieb. Später erfolgte die Spezialisierung auf Weinbau, die Ernte wurde an eine örtliche Kellerei im Fass verkauft. Georg Forster übernahm den Betrieb als 8. Generation von seinem Vater. Zusammen mit seiner Frau Margit beschloss er, mit der Ernte 1988 Weine selbst abzufüllen und in der Flasche zu vermarkten. Schon wenige Jahre später stand für die beiden fest: "Wir machen Biowein!" 

Seit 1994 arbeitet das Weingut ökologisch "Der Gedanke, welche Spuren wir in der uns umgebenden und für uns Lebensgrundlage bietenden Natur hinterlassen, haben uns zu diesem Schritt geführt - und wir sind froh und stolz, dass dies auch unser Sohn Johannes als nachfolgende Generation als ebenso elementar und notwendig ansieht und diesen weg weiter mit und geht", so Margit Forster.
Insgesamt bewirtschaftet die Winzerfamilie an der unteren Nahe rund 20 Hektar Rebfläche in Rümmelsheim, Burg Layen, Dorsheim und Laubenheim. Die Reben stehen auf Kies, Löss, rotem Schiefer, Lehm, Quarzit, Schieferwitterung, Porphyr und kiesüberlagerten Tonböden.
Zwei Drittel der Fläche ist mit weißen Rebsorten bestockt, ein Drittel mit roten Rebsorten, vor allem Spät- und Frühburgunder, Dornfelder und Schwarzriesling.

Weine aus dem Weingut Forster

Fotos: Weingut Forster & Moderne Topfologie